Aus der Tiefe der Vergangenheit: Was Krankheiten über Evolution erzählen



Wie haben Krankheiten die Entwicklungsgeschichte der Menschen beeinflusst? Wie kam es auf unserem Weg aus der Tiefe der Vergangenheit zu den Krankheiten, die uns heute noch begleiten.

Diese Fragen werden weder von Archäologen und Wissenschaftlern der Urgeschichte noch von Medizinern wirklich bearbeitet. Wissenschaften bearbeiten ihr jeweils eigenes Feld. Als Mediziner, der Archäologie studiert, stößt man über kurz oder lang auf dieses Manko.

Mit der drohenden Globalisierung von Ebola, der vollendeten Verbreitung von Aids und der Ausdehnung des Zika-Virus gegenwärtig sind wir laufend Zeuge, wie Lebensformen, Kultur und Menschheitsgeschichte zur Krankheitsentstehung beitragen, sich gegenseitig bedingen.

Diese gegenwärtigen Krankheiten haben ihren Ursprung in Afrika. Es sind Krankheiten in der Familie der Primaten. Wir Menschen sind natürlich einbezogen in eine Verwandtschaft, die miteinander teilt.

Dieses Buch ist das Ergebnis einer mehrjährigen Suche nach der Verknüpfung von menschlicher Lebenskultur und Krankheitsanpassung. Es beleuchtet die besondere Stellung Afrikas, der uralten Wiege menschlicher Entwicklung,die Anpassung von alten Krankheitserregern an die Familie der Primaten/Menschen – urzeitlich und heute.

Aber nicht nur diese afrikanische Zeit der Wildbeuter haben uns ein großes Krankheitserbe hinterlassen. Der Aufbruch zur bäuerlichen Nahrungsbeschaffung vor etwa 10.000 Jahren, verbunden mit Sesshaftigkeit und domestizierten Wirtschaftstieren hat eine neue Phase der Krankheitsentstehung hervorgebracht. Jede heute neu entstehende Krankheit ist eine Anpassung tierischer Krankheiten an den Menschen - in erschreckender Häufung und Bedrohung.

Davon handelt dieses Buch. 

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